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Prominente Patienten aus Film und Literatur: Woran sie litten, weshalb sie starben

Hätten Sie gewusst, welche körperlichen und psychischen Leiden diese berühmten Personen aus Film und Literatur plagten? Erhalten Sie hier medizinische Einblicke.

Der Arzt und Autor Dr. Thomas Meißner beschreibt in seinem faszinierenden Buch „Der prominente Patient“ die Krankengeschichte von 100 bekannten Persönlichkeiten aus aller Welt. Er recherchierte die Schicksale und Tragödien hinter den glänzenden Fassaden von Berühmtheiten aus Wissenschaft und Kultur. Fesselnd beschreibt er, welche Krankheiten das Leben dieser Menschen prägte, deren Karrieren beendete oder zu ihrem Tod führte.

Lesen Sie hier eine Auswahl an Krankengeschichten berühmter Persönlichkeiten aus den Bereichen Film und Literatur:

Humphrey Bogart: Cool bis zum bitteren Ende

Humphrey Bogart

Die Hollywood-Ikone Humphrey Bogart (1899-1957) gab bis zum Schluss auch privat den „harten Kerl“.

Er starb an einem Ösophaguskarzinom, das mit dem damals üblichen exzessiven Tabak- und Alkoholabusus in Zusammenhang gebracht werden muss. Nie zuvor hatte sich Bogart in einem Krankenhaus behandeln lassen müssen. 

Doch wegen der zunehmenden Schluckbeschwerden sowie häufigen Hustenanfälle, die bis zu einer halben Stunde anhalten konnten, unterzog er sich schließlich einer neuneinhalbstündigen Operation, in der die Chirurgen den Ösophagustumor und einige Lymphknoten entfernten. Danach erhielt er eine Chemotherapie.

Zunächst erholte sich Bogart, doch nach 6 Monaten bekam er ein Rezidiv. Bei einem Besuch von Freunden blaffte er: „Warum flüstert hier jeder? Ich habe Krebs! Um Gottes Willen, das ist doch keine Geschlechtskrankheit!“ Zwei Wochen vor seinem Tod wog er noch 36 kg, diktierte aber einer Klatschreporterin in den Block: „Mir geht’s blendend!“

Johann W. von Goethe: Sein Gesicht gefährdete „Faust”

Johann Wolfgang von Goethe

Fast hätte Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) seinen „Faust“ nie beendet. Denn ein bullöses Erysipel, das meist von Streptokokken ausgelöst wird, hätte ihn beinahe umgebracht. 

Zunächst litt der damals 51-Jährige in den ersten Januartagen des Jahres 1801 an einem sich allmählich verschlechternden „Katarrh“. 

Dieser sollte sich zu einer schweren und für Wochen entstellenden Infektion auswachsen: Auf der linken Gesichtshälfte entwickelte sich bei hohem Fieber eine eitrige Entzündung, die teilweise Blasen bildete und auf das linke Auge übergriff, sodass Goethe es nicht mehr öffnen konnte.

Die Entzündung erfasste den Gaumen, den Rachen, den Kehlkopf, begleitet von „Krampfhusten“ und Erstickungsanfällen. Zeitweise, womöglich über mehrere Tage, war Goethe benommen oder delirant. 9 Tage dauerte der Zustand an, dann besserte er sich allmählich. Doch die folgenden Wochen und Monate blieb er angeschlagen.

Rita Hayworth: Ihr Gehirn verwirrte die Ärzte

Rita Hayworth

Das bizarre Verhalten der Filmdiva Rita Hayworth (1918-1987) ist lange auf ihren Alkoholkonsum zurückgeführt worden. Die wahre Diagnose blieb für fast ein Jahrzehnt unerkannt.

Ihr Schicksal und die damit verbundene Wiederentdeckung der Alzheimer-Demenz hat zu einem immensen Auftrieb der Demenzforschung bis heute geführt.

Hayworth war ähnlich alt wie Auguste Deter, bei der Alois Alzheimer im Jahre 1901 erstmals die Zeichen der bis dahin unbekannten Form der Demenz beschrieben hatte.

Etwa mit Beginn der 1970er-Jahre hatte die Tänzerin und Schauspielerin (damals knapp über 50 Jahre alt) zunehmend Probleme, sich Texte und Tanzschrittfolgen zu merken. 1972 scheiterte daran die Übernahme einer Rolle im Broadway-Musical „Applause“. Für ihren letzten Film „The Wrath of God“ (Zum Teufel mit Hosianna), der im Jahr 1972 anlief, musste sie den Text für jede einzelne Szene Zeile für Zeile erlernen oder von Tafeln ablesen.

Phasen großer Erregung irritierten Freunde und Öffentlichkeit. Erst als sich der Psychiater Ronald Fieve aus New York ihrer annahm, konnte 1979 die Diagnose Alzheimer-Demenz gestellt werden.

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Steve McQueen: King of Cool vertraute Scharlatanen

Steve McQueen

Sein lässiges Auftreten war das Markenzeichen des Hollywood-Stars Steve McQueen (1930-1980). Aber 1978 stellten Ärzte bei ihm ein Pleuramesotheliom fest.

Die seltene Krebserkrankung ist zu 80 bis 90 % mit Asbestexposition assoziiert. Diese könnte in seiner Zeit als Marineinfanterist oder durch das Tragen feuerfester Rennkleidung als Motorsportler erfolgt sein.

McQueen versuchte, die Diagnose geheim zu halten. Er ließ sich mit unorthodoxen Methoden wie Vitaminen, Mineralien und Kaffee-Einläufen behandeln. Schließlich begab er sich in die Hände eines zweifelhaften US-Mediziners in Mexiko, der behauptete, mit Pankreasenzymen, einer strengen Diät und anderer Methoden Krebsgeschwüre „verdauen“ zu können.

6 Wochen nach Behandlungsbeginn hieß es, die Tumormasse sei um 60 bis 75 % geschrumpft. Bei einem finalen Operationsversuch in der Santa Rosa Clinic in Juarez-Stadt zeigte sich, dass der rechtsseitige Lungentumor bis zum Zwerchfell reichte und die linke Lunge miterfasst hatte. 24 Stunden nach der Operation war McQueen tot. Offizielle Todesursache: Herzinfarkt.

Bertolt Brecht: Doch kein Herz-Neurotiker

Bertold Brecht

Bertolt Brechts (1898-1956) zeitlebens bestehende Herzbeschwerden ordneten seine Ärzte als eher neurotischer Natur ein.

Erst 2010 stieß der britische Brecht-Experte Stephen Parker aus Manchester auf eine kurze Notiz, wonach bei Brecht schon in der Kindheit eine Herzerweiterung diagnostiziert worden war, wahrscheinlich per Röntgendurchleuchtung.

Setzt man die Puzzleteile seiner Symptomatik und Berichte von Freunden über ein nervöses Zucken der linken Gesichtshälfte, das ihm eine Grimasse abzwang, zusammen, spricht viel dafür, dass Brecht in der Jugend ein rheumatisches Fieber mit konsekutiver Herzbeteiligung und Chorea minor durchgemacht hat.

Es folgten Herzrhythmusstörungen, eine Herzvergrößerung mit Belastungsdyspnoe und körperlicher Schwäche. Todesursache war nicht, wie lange behauptet, ein Herzinfarkt, sondern höchstwahrscheinlich eine Perikarditis infolge einer Urosepsis. Denn als Erwachsener litt Brecht lange an Nierensteinen, Prostatitis und schließlich einer Harnröhrenstriktur.

Dieser Beitrag ist im Original auf Medscape.de erschienen. 
Quelle der Fotos, wenn nicht anders vermerkt: https://commons.wikimedia.org/  
Bildquelle: © getty images/selimaksan

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